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    4. Merkliste

      Geschichte der Stadt Dietfurt

      Seit dem Jahr 1416 ist Dietfurt eine Stadt. Zum ersten Mal erw?hnt wird der Ort aber schon 1144, im Jahr 1304 wird er erstmals als Markt bezeichnet.

      Die um 1450 entstandene Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen ist zum Teil noch erhalten. Der m?chtige Goggerturm ist das Wahrzeichen der Stadt. Nach dem Aussterben der Hirschberger Grafen, zu denen Dietfurt bis 1305 geh?rte, kam Dietfurt an die Wittelsbacher.

      Die Stadt bildete zusammen mit der nord?stlich von Dietfurt liegenden Burg Wildenstein den Mittelpunkt des Bayrischen Gerichts Dietfurt. Dietfurt war Grenzort des Herzogtums Bayern?zum Fürstbistum Eichst?tt und verdankt dieser Tatsache wahrscheinlich die Stadterhebung.

      Es gibt viele Erkl?rungsversuche zur Herkunft des Ortsnamens Dietfurt. Der einleuchtendste leitet den Namen von einem althochdeutschen Wort für Volk – ?diet“ – ab. Eine Furt war eine seichte Stelle in einem Fluss, in der das Volk den Fluss durchqueren konnte. Somit bedeutete Dietfurt a.d. Altmühl ?Furt des Volkes“ (über die Altmühl).

      Blütezeiten und Kriegssch?den

      Begünstigt durch die Lage an der Haupthandelsroute von Nürnberg nach Regensburg, die einst auch Karl der Gro?e entlang zog, erlebte die mittelalterliche Stadt Dietfurt Zeiten des Aufschwungs und der Blüte. Das altertümliche Ortsbild hat an Geschlossenheit nichts eingebü?t, Mittelpunkt des weit ausladenden Bay-rischen Stra?enmarktes ist das um 1479 entstandene, beh?big breite Rathaus mit sch?nen Stufengiebeln. In den Jahren 1970/71 wurde es durch seine gelungene Renovierung dem kommunalen Zweck bestens angepa?t. Am 16. Januar 1540 wurde Dietfurt eine selbst?ndige Pfarrei. 1660 gründeten Franziskanerm?nche ein Kloster mit der sehenswerten Kirche.

      Unsagbar viel Leid, Hunger und Tod brachte der Drei?igj?hrige Krieg über Dietfurt. Am 16. Mai 1633 besetzten sechs schwedische Kompanien Dietfurt. Es folgte die Ausplünderung der gesamten Stadt. Vom 17. bis 24. Juli suchte das kaiserlich-bayrische Kriegsvolk Dietfurt heim. Sie richteten einen Schaden an, der sich nach noch vorhandenen Aufzeichnungen auf 33.677 Gulden belief.

      Im Verlauf des spanischen Erbfolgekrieges griffen am 15. November 1703 die Kaiserlichen die Stadt an und plünderten grausam. 21 H?user gingen in Flammen auf. Es dauerte lange, bis sich die Stadt von diesem Rückschlag erholt hatte. Nach diesem Krieg kamen für Dietfurt ruhigere Zeiten. 1734 erfolgte die Erneuerung der Stadtpfarrkirche im barocken Stil.

      Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten im St?dtchen viele Ackerbauern, die au?er der Landwirtschaft noch ein Handwerk betrieben oder ein Gesch?ft führten. Vom 11.09.1909 bis 01.06.1967 hatte Dietfurt eine Lokalbahn und war Endstation der Bahnlinie Neumarkt – Dietfurt.

      Von der pr?historischen Besiedlung bis zu den R?mern

      Spuren pr?historischer Besiedlung sind bis zur Eiszeit nachgewiesen (H?hlenfunde). Nachweislich kamen vor etwa 80 000 Jahren die ersten Menschen in die Gegend. Vor mehr als 4000 Jahren gründeten Bauern der Jungsteinzeit ein Dorf bei Griesstetten. An das Ende der Jungsteinzeit geh?ren die erstmals in der Oberpfalz n?rdlich des Donautals entdeckten Gr?ber der Glockenbecherkultur (um 2000 vor Chr.) von Diet-furt. Umfangreiche Grabungen im Bereich der Kanalschleuse Diet-furt am Eingang des Ottmaringer Tals belegen dann die nahezu kontinuierliche Besiedelung von etwa 1800 v. Chr. bis in die Zeit um 400 v. Chr. W?hrend der Urnenfelderzeit (ca. 1250-750 v. Chr.) bestand hier eine der gr??ten Siedlungen Nordbayerns.

      In der anschlie?enden Hallstattzeit (ca. 750-500 v. Chr.) durchquerte eine Handelsstra?e den Diet-furter Talkessel. Es entstand eine Siedlung deren Zentrum drei befestigte Bauernh?fe bildeten. Auch der zugeh?rige Friedhof mit 125 Gr?bern ist bekannt. Eine der h?lzernen Grabkammern mit Grabbeigaben wurde im Museum Hollerhaus in Originalgr??e rekonstruiert. Auch in der Latenezeit (ca. 500 - 15 v. Chr.) bestand die seit Jahrhunderten bewohnte Siedlung weiter, und auf dem nahen Wolfsberg wurde eine durch einen Wall geschützte Befestigung angelegt. Schlackenfunde am Fu? des Hallenhausener Berges beweisen, dass auch Eisenerz geschmolzen wurde.

      W?hrend der R?merzeit (15 v. Chr. bis Anfang 5 Jh.n.Chr.) lag das Diet-furter Gebiet au?erhalb der Limesgrenze im freien Germanien. Aus dieser und auch aus der folgenden Zeit sind kaum arch?ologische Funde bekannt. Erst für das 9. Jahrhundert kann die Arch?ologie wieder intensivere Besiedelung nachweisen.

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